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Prof. Dr. Irene Sommerfeld-Stur 

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Es ist unter Züchtern wenig bekannt, dass in verschiedenen Kunststoffen enthaltene chemische Weichmacher, wie Bisphenol A , epigenetische Wirksamkeit haben und die Aktivität von Genen verändern können.

Wenn Welpenbesitzer, aber auch Besitzer von älteren Hunde sowohl was Haltung und Erziehung als auch was Fütterung betrifft, ein klein wenig mehr auf Hausverstand und Bauchgefühl achten würden als auf die vielfältigen und oft extrem unterschiedlichen Einflüsterungen aus den Social Media bzw. von dogmatischen „Hundeexperten“, dann gäbe es schon mal viel weniger Problemhunde.

Buchtipp - Welpenerziehung

Theorie und Praxis jenseits von Sitz, Platz und Bleib

Udo Ganslosser und Bettina Hinte-Breindl.

Welecher Hund oder welche Rasse passt zu mir?

Nicht jedermann(frau) ist für jede Rasse und die damit verbundene Wesenseigenschaften eines Hundes geeignet. Genauso wie nicht jeder für jeden Sport geeignet ist. Bspw. werden kleine Menschen beim Basketballspiel immer Mühe haben sich durchzusetzen und grosse kräftige Menschen werden als Jockey kaum die gleichen Chancen haben wie ein kleiner zierlicher Mensch. Nicht jeder eignet sich als Strategischer Schachspieler und nicht jeder eignet sich als flinker Jonglier-Künstler. Ähnlich sollte die rassenspezifischen Eigenschaften eines Hundes beim Hundekauf beachtet werden. Manche Hunde verlangen einen entsprechenden Menschentyp, damit sie sich Ihren Bedürfnissen entsprechend entwickeln können. Hunde sind hoch soziale Wesen und fühlen sich in der Familie wohl, die ihren Bedürfnissen und Anforderungen gerecht werden. Auch sie würden sich in gewissen Kulturen oder bestimmten sozialen Gemeinschaften nicht wohl fühlen und könnten ihre Persönlichkeit nicht voll entfalten. Was bedeutet, dass sie die ihnen übertragen Aufgaben nicht so verrichten würden, wie sich die anderen das vorstellen - Was automatisch zu Konflikten führt. 
Hunderassen eignen sich für bestimmte Aufgaben, Anforderungen oder Menschen ganz unterschiedlich. Welcher Hund passt also zu mir? Die Frage beantwortet sich folgendermassen - welche Vorstellungen bezüglich einer sozialen Gemeinschaft haben Sie? Was wollen Sie mit Ihrem Hund später einmal machen? Welcher Typ Mensch sind sie? Sind sie eher der Einfühlsame, feinfühlige Mensch oder der direkte und kecke Zeitgenosse. Stellen Sie sich einmal die Frage in welcher Gemeinschaft sie sich wohl fühlen? Wir machen Ihnen mal einige Beispiele: Denken Sie daran wie Bankangestellte untereinander Kommunizieren im Vergleich zu Bauarbeiter - oder welche Anforderungen an einen Menschen gestellt werden der in der Notaufnahme eines Krankenhauses arbeitet im Gegensatz zu den Anforderungen, die an einen Türsteher gestellt werden. Genau wie wir Menschen haben Hunderassen viele verschiedene Eigenschaften und fühlen sich in der entsprechenden Gemeinschaft durchaus wohler. Sie sind zwar sehr anpassungsfähig aber selbst diese Fähigkeit ist mit Grenzen versehen. Somit werden sie in bestimmten Hunderassen mehr Gemeinsamkeiten entdecken als in anderen und genau diese Gemeinsamkeiten sind die Grundsteine für ein optimales Miteinander. Hunde aus rein optischen Gründen in die Familie zu integrieren, kann verheerend sein und weitgehende Konflikte sind vorprogrammiert! Möchten sie mit dem schönsten Menschen der Welt zusammenleben, selbst wenn dieser mit ihnen überhaupt keine Gemeinsamkeiten hat?

Da Hunde keine Wert- oder Ausstellungsgegenstände, sondern hochsoziale Lebewesen sind, sollte auch der Hund nicht nur nach optischen Kriterien ausgesucht werden. Daher ist stets zu beachten, dass die Körper- und Charaktereigenschaften der diversen Hunderassen unglaublich verschieden und vielfältig sind. Dies ist aber alles andere als negativ, sondern macht es erst möglich, dass es für jeden Typ Mensch den passenden Begleiter gibt. Es gibt Hunde die mit stetigen Anweisungen viel besser klar kommen als andere Hunderassen, ja sie brauchen diese sogar - andere Hunderassen wiederum arbeiten lieber selbständig und wieder andere sind sehr fordernd. Daneben gibt es auch noch die Schüchternen, die Kecken, die Empfindlichen, die Robusten... etc. Die Liste der Charaktereigenschaften könnte hier unendlich erweitert werden. Grundlegend sollte sich daher jeder im Klaren darüber sein, was er für einen Hund an seiner Seite möchte ? Für was möchte ich ihn einsetzten resp. was möchte ich mit ihm machen? Wie gross soll er werden? Mit welchen Eigenschaften könnte ich gar nicht umgehen? Auch hier besteht die Gefahr, dass sich der ausgesuchte Hund absolut Rassenuntypisch verhaltet/entwickelt – denn trotz ähnlichen Charakterzügen hat man es bei jedem Hund mit einem Individuum zu tun – dessen muss man sich stets bewusst sein.

Es ist unerlässlich sich vor dem Hundekauf frühzeitig über die Rasse und die damit verbundenen Wesenseigenschaften zu informieren und sich gut zu überlegen, ob diese auch mit Ihren Vorstellungen und Anforderungen an einen Hund übereinstimmen. Daher ist es ratsam sich bei erfahrenen Personen Hilfe zu holen und sich intensiv damit auseinander zu setzten, was für einen Hund man in seine Familie integrieren will - auch ein Zweierteam ist eine Familie.

© Beat Eichenberger